Welche sozialpädagogischen Arbeitsansätze hat die sozialpädagogische Wohn-Gemeinschaft FÜHL DICH WOHL?

Individuelle sozialpädagogische Betreuung im therapeutischen Milieu:

Um gezielt auf die Problemstellung des Kindes eingehen zu können, wird ein individueller Betreuungsplan vom Wohn-Gemeinschafts-Sozialpädagogenteam, in Absprache mit dem zuständigen Sozialarbeiter des einweisenden Jugendamtes, je nach Fall auch mit befassten Therapeuten, Psychologen und Kinderpsychiater erstellt.Der individuelle Betreuungsplan wird laufend vom Wohn-Gemeinschafts-Sozialpädagogenteam in der regelmäßigen internen Supervision, wie Fallbesprechung reflektiert und aktualisiert.Neben der tagtäglichen sozialpädagogischen Arbeit mit dem Kind, stellen der Bezug zur Herkunftsfamilie, die Eltern- und Familienarbeit, sowie die Biografiearbeit mit dem Kind, wichtige Arbeitsschwerpunkte der sozialpädagogischen Wohn-Gemeinschaft FÜHL DICH WOHL dar.Jeder Mensch hat Wurzeln und braucht Wurzeln um wachsen und gedeihen zu können, weshalb die Trennung des Kindes aus der Obhut der Herkunftsfamilie nicht auch die Trennung von den Wurzeln bedeuten darf.Eine gute Zusammenarbeit der Herkunftsfamilie mit der sozialpädagogischen Wohn-Gemeinschaft FÜHL DICH WOHL erleichtert den Kindern sich in ihrem neuen Zuhause wohl fühlen zu dürfen, Beziehungen einzugehen und sich gut entwickeln zu können.
Im Bezug auf eine Rückführung in die Herkunftsfamilie, sollten die Bedürfnisse des Kindes, sowie die Lebens- und Erziehungskompetenzen der Eltern und deren Verantwortungsübernahme für die Kindeswohlgefährdung die zur Fremdunterbringung geführt hat, Berücksichtigung finden.

Beziehung als Grundlage für Erziehung und Therapie:

Durch die emotionale Beziehung zum Kind erfährt dieses Geborgenheit, Sicherheit und Annahme.Das wertvolle Angebot einer dauerhaften, kontinuierlichen und  tragfähigen, emotionalen Beziehung, von der Aufnahme bis zum Verlassen der Wohn-Gemeinschaft FÜHL DICH WOHL, bietet das Leiterpaar an.Beziehung als therapeutischer Faktor wird vor Allem bei Defiziten der Kinder im Selbstwert, Selbstbild, in der Vertrauens- Beziehungs- und Bindungsmöglichkeit tragend.
In der sozialpädagogisch-therapeutischen Beziehung zum Kind stellen traumatische Übertragungen, Re-Inszenierungen und Flashbacks besondere Herausforderungen für die Betreuungspersonen dar.

Lernen am alternativen Modell:

In den Herkunftsfamilien erleben die Kinder meist problematische Verhaltensweisen der Erwachsenen, welche auch durch deren Vorbild Einfluss auf die Entwicklung der Kinder hat.Durch das Aufzeigen und vor Allem das Vorleben alternativer Lebens- und Beziehungsmodelle bekommt ein Kind die Chance bisher bekanntes zu hinterfragen und zu wählen.
In der sozialpädagogischen Wohn-Gemeinschaft FÜHL DICH WOHL fungieren daher die Betreuer und die Leitung (auch in der Rolle als Ehe- und Elternpaar) im täglichen Miteinander, als alternatives Vorbild und oft auch als Identifikationsfiguren für die Kinder, weshalb alle Handlungen und Werthaltungen der Betreuer bedeutend sind. Zum Beispiel gewaltfreie Kommunikation, Konfliktregelung und Erziehung, Umgang der Erwachsenen mit Gefühlen, mit Suchtmittel, mit Geld, mit dem anderen Geschlecht, mit Bildung und vieles mehr.

Die Gruppe als therapeutischer Faktor:

Das Leben in der Gruppe bietet die Chance mit anderen in Beziehung zu treten.In der sozialpädagogischen Wohn-Gemeinschaft FÜHL DICH WOHL können die Kinder im geschützten Rahmen ihren Umgang mit anderen Menschen üben und dadurch an sozialer Kompetenz gewinnen.Außerdem erfahren die Kinder, dass sie mit ihrem speziellen Schicksal nicht alleine sind und es auch den übrigen Wohn-Gemeinschafts-Kindern ganz ähnlich ergangen ist und es viele Kinder gibt, die nicht bei ihren Familien leben können.Diese Erfahrung kann Verbundenheit schaffen und die Kinder können sich bei der Bewältigung ihrer schwierigen Lebenssituation, sowie in persönlichen Krisen auch gegenseitig eine Stütze sein.Die Gruppenpädagogik fördert die Entstehung eines Gemeinschaftsgefühls, und bietet dem Einzelnen sich im Erleben, wie auch Wahren seiner eigenen Grenzen zu üben, seine Individualität auszubilden und den individuellen Platz in der Gruppe, sowie der Gesellschaft zu finden.

Den Alltag nützen:

Der Alltag in der sozialpädagogischen Wohn-Gemeinschaft FÜHL DICH WOHL bietet viele Anregungen und Erfahrungen für die Kinder.Strukturierte, transparente Abläufe und Rituale werden als pädagogisches Mittel eingesetzt.Die schulische Bildung der Kinder wird von der sozialpädagogischen Wohn-Gemeinschaft FÜHL DICH WOHL intensiv gefördert, weil die Kinder, wie auch die Sozialpädagogen vermehrte Anstrengungen leisten müssen, damit die betroffenen Kinder Entwicklungs- und Wissensrückstände aufholen und mit den aktuellen Anforderungen der Schule mithalten könnenDie betreuten Kinder, die sehr oft aus bildungsfernen Familien, mit Arbeitslosigkeit und finanziellen Problemen kommen, benötigen daher alternative Vorbilder und die bestmögliche Förderung um  zukünftigen Herausforderungen des Berufslebens gewachsen zu sein.Auch das tagtägliche Vermitteln und Üben lebenspraktischer Aufgaben von der Körperpflege bis zu Haushaltsaufgaben ist eine wichtige Grundlage für eine selbstständige Lebensbewältigung.Im Alltag, wie zum Beispiel auch in der „Kinderbesprechung“, wo Kinder und Erwachsene gleichberechtigt Themen einbringen, werden die Kinder als Gesprächspartner und Kritiker ernst genommen.Mitreden, mitbestimmen und mitwirken in und für die Gruppe kann die erlittene Ohnmachtserfahrung korrigieren, erhöht die Selbstwirksamkeit und Partizipation, schult die Ausdrucks- und Teamfähigkeit.
Die Wohn-Gemeinschafts-Pädagogen leisten mit reflektiertem Denken, Tun und Wirken tagtäglich soziotherapeutische Arbeit.

Freizeit, die sozialpädagogische Spielwiese:

Vor Allem die Freizeit soll den Kindern Freude bereiten und sie Kind sein lassen.Vernachlässigte Kinder haben es oft nicht erlebt, dass Erwachsene sich spielerisch mit ihnen beschäftigen, oder es fehlte auch an Möglichkeiten zur kindgerechten Freizeitgestaltung.Durch mangelnde Anregung oder drastische Einschränkungen ging manchen Kindern die natürliche Neugierde, Fantasie und kindlichen Forschergeist verloren.Dem meist angelernten, passiven Konsumverhalten der Kinder wird in der sozialpädagogischen Wohn-Gemeinschaft FÜHL DICH WOHL mit der Begeisterung zur aktiven Freizeitgestaltung begegnet.Bei kreativer Betätigung, sowie bei Spiel und Bewegung können die Kinder viele neue Erfahrungen machen, Versäumtes nachholen und Rückstände aufholen.Im Freizeitbereich hat die sozialpädagogische Wohn-Gemeinschaft FÜHL DICH WOHL von Beginn an den Schwerpunkt Sport- und Erlebnispädagogik.Je nach Interesse und Talent werden die Kinder in den verschiedensten Sportarten von den Sozialpädagogen der Wohn-Gemeinschaft FÜHL DICH WOHL oder in externen Sportkursen oder Sportvereinen gefördert.
Die sozialpädagogische Wohn-Gemeinschaft FÜHL DICH WOHL macht für die Wohn-Gemeinschafts-Kinder jährlich Schi- und Erlebnisurlaube, sowie spezielle erlebnispädagogische Aktionen.
Näheres dazu ist unter „Sport- und Erlebnispädagogik“ nachzulesen!Mit all den vielfältigen Aktivitäten werden den Kindern wertvolle Erfahrungen vermittelt, wie zum Beispiel, das Erleben von Freude an Bewegung und der Natur, von eigenen Kompetenzen, Grenzen, von Sieg und Niederlage, das Erarbeiten und Erreichen von Zielen, das Erlernen konstruktiver Freizeitgestaltung und Konfliktregelung, Suchtvorbeugung, die Förderung des Gesundheitsbewusstseins und Körpergefühls, wie auch des Selbstbewusstseins, der sozialen Kompetenz, des Gemeinschaftsgefühles, des Zusammenhaltes, der Teamfähigkeit und viele mehr.

Soziale Integration:

Da die soziale Entwicklung eines Kindes nie isoliert von seinem gesellschaftlichen Umfeld gesehen werden kann, ist das, im Ort ansässige, Leiterpaar samt Familie, engagiert die positive Annahme der sozialpädagogischen Wohn-Gemeinschaft FÜHL DICH WOHL und die Integration der Wohn-Gemeinschafts-Kinder ins soziale Umfeld zu fördern.Die Wohn-Gemeinschafts-Kinder werden vom Kindergarten, über die Schule bis zu Vereinen, wie Sportverein, Feuerwehr, Musikschule, bis hin zur kirchlichen Gemeinde als Ministranten, ins Dorfleben eingebunden und können so soziale Kompetenz, gesellschaftliche Annahme, Anerkennung und Selbstwert erwerben.

Nachbetreuung, bzw. Fertigbetreuung in die Selbstständigkeit:

Auch über die Volljährigkeit hinaus bietet die sozialpädagogische Wohn-Gemeinschaft FÜHL DICH WOHL für die Wohn-Gemeinschafts-Kinder, je nach Genehmigung durch das zuständige Jugendamt, die Möglichkeit einer individuellen, bedarfsorientierten Weiterbetreuung  und Begleitung ins selbstständige Erwachsenenleben.
Auch der, aus der Wohn-Gemeinschaft entlassene, junge Erwachsene, kann weiterhin die Beziehung zu den Wohn-Gemeinschafts-Leitern nützen.
Um die, meist mittellosen, jungen Erwachsenen bei deren selbstständigen Lebensentwicklung auch finanziell unterstützen zu können, gründeten die Wohn-Gemeinschafts-Leiter 2002 den gemeinnützigen Verein Pflaster.

Nähere Informationen dazu unter „Gemeinnütziger Verein PFLASTER“.

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