Wie lange können die Kinder in der Wohn-Gemeinschaft FÜHL DICH WOHL bleiben?

In welchem Ausmaß und für welche Dauer ein Kind außerhalb der Herkunftsfamilie betreut werden muss, wird von den öffentlichen Jugendwohlfahrtsbehörden bestimmt.Entweder trifft das Jugendamt eine Vereinbarung mit den Kindeseltern, sodass diese der „Fremdunterbringung“ des Kindes zustimmen oder das Jugendamt erhält zur Wahrung des „Kindeswohls“ die Zustimmung gegen den Willen der Kindeseltern vom Pflegschaftsgericht.
Für die Aufnahme in die sozialpädagogische Wohn-Gemeinschaft FÜHL DICH WOHL ist der Betreuungsplan des Jugendamtes wichtig, weil sich das besondere Angebot einer familiennahen, stabilen, wie professionellen Struktur mit dem dauerhaften Beziehungsangeboten durch die Wohn-Gemeinschafts-Leiter, vorrangig an mittel- bis langfristige Betreuungsfälle wendet.
In speziellen Ausnahmefällen werden Kinder auch nur für die Dauer einer Krise, was heißt für eine kurze stationäre Betreuung, in die sozialpädagogische Wohn-Gemeinschaft FÜHL DICH WOHL aufgenommen.
Die tatsächliche Aufenthaltsdauer eines Kindes kann bei der Aufnahme nach professioneller Beurteilung der vorliegenden Familienproblematik und des Betreuungsbedarfes des, meist schwer traumatisierten Kindes, nur abgeschätzt werden und muss in laufenden Fallverlaufskonferenzen besprochen und den aktuellen Entwicklungen und Bedürfnissen angepasst werden.

 

Die Entscheidung über die tatsächliche Aufenthaltsdauer wird vom Jugendamt mit Zustimmung der Kindeseltern oder des Pflegschaftsgerichtes getroffen.
In diesem Entscheidungsprozess hat die sozialpädagogische Wohn-Gemeinschaft  keine Stimme.
Es besteht lediglich die Möglichkeit zur Beratung oder für eine sozialpädagogische Stellungnahme von den Jugendwohlfahrtsbehörden herangezogen zu werden.
Die Wohn-Gemeinschafts-Leitung entscheidet über die Beendigung einer Betreuung lediglich dann autonom, wenn es schwerwiegende, interne Gründe dafür gibt. Zum Beispiel wenn vom betroffenen Kind oder Jugendlichen eine ernste Gefährdung für andere Wohn-Gemeinschafts-Kinder ausginge, oder wenn ein Kind oder Jugendlicher sich anhaltend gegen die Zusammenarbeit mit den Betreuern entschließe.

In der sozialpädagogischen Wohn-Gemeinschaft FÜHL DICH WOHL leben die aufgenommenen Kinder meist über einige Jahre oder den Rest ihrer Kindheit und Jugendzeit, weil eine Rückkehr in die Herkunftsfamilie nicht möglich wird.
Prinzipiell können die Kinder ab dem 2. Lebensjahr in die sozialpädagogische Wohn-Gemeinschaft FÜHL DICH WOHL aufgenommen werden und bis ins junge Erwachsenenalter bleiben.

 Nachdem die Jugendlichen mit Erreichung des 18. Lebensjahres volljährig werden und die Weiterbetreuung durch die öffentliche Jugendwohlfahrt, nach derzeitigem Recht, lediglich eine „Kann-Bestimmung“ ist, müssen die Jugendlichen selbst um eine Weiterbetreuung durch das Jugendamt beim Amt ansuchen, wenn sie weiterhin Unterstützung brauchen und nützen wollen.
Nähere Informationen zu rechtlichen und sozialpolitischen Fragen der Jugendwohlfahrt sind beim „Dachverband Österreichischer Jugendwohlfahrtseinrichtungen“ www.doej.at nachzulesen.

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