Wie kommen Kinder in die sozialpädagogische Wohngemeinschaft FÜHL DICH WOHL?

Von den Jugendämtern der Bezirkshauptmannschaften, prinzipiell aus ganz Österreich, werden Kinder zur Pflege und Erziehung an die Wohngemeinschaft übergeben.

Jene Kinder die, trotz ambulanter Erziehungshilfen der öffentlichen Jugendwohlfahrt, in ihrer Herkunftsfamilie nicht kindgerecht versorgt, betreut, gefördert und erzogen werden können und für die der Verbleib in ihrer Familie eine Gefahr für Leib und Leben, sowie für eine gedeihliche, kindliche  Entwicklung bedeuten würde, bedürfen einer außerfamiliären Betreuung.
Diese Kinder mussten in ihrer Herkunftsfamilie zum Beispiel schwere Vernachlässigung, Verwahrlosung, körperliche, seelische, sexuelle Gewalt oder ähnliche traumatische Missstände erleben und erleiden.

Nur in wirklichen Härtefällen greift die staatliche Jugendwohlfahrt dazu von leiblichen Eltern, mit oder ohne deren Einverständnis, die Obsorge für ihr Kind zu übernehmen, ein Kind nicht mehr in der Obhut der Kindeseltern zu lassen und dieses Kind „Fremdunterzubringen“.

Die Kinder müssen zu ihrem Schutz, zur Ermöglichung einer gedeihlichen kindlichen Entwicklung, aber auch zur Verarbeitung ihrer erlittenen traumatischen Erlebnisse und zum Aufholen ihrer Entwicklungsrückstände aus der Herkunftsfamilie genommen und in eine stationäre Betreuungseinrichtung, wie sie die sozialpädagogische Wohngemeinschaft "FÜHL DICH WOHL" eine ist, gegeben werden.

Die staatliche Jugendwohlfahrt, vertreten durch die Jugendämter der Bezirkshauptmannschaften, vereinbart entweder mit Zustimmung der Kindeseltern oder mit Genehmigung des Pflegschaftsgerichtes gegen den Willen der Eltern, dass ein Teil oder die gesamte Obsorge für ein Kind an das Jugendamt übertragen wird.

Das Jugendamt sucht einen geeigneten Betreuungsplatz für das Kind und überträgt der Betreuungseinrichtung, wie es die sozialpädagogische Wohngemeinschaft "FÜHL DICH WOHL" eine ist, die Obsorgebereiche „Pflege und Erziehung“.

Konkret fragt der zuständige Jugendamtssozialarbeiter in der sozialpädagogischen Wohngemeinschaft "FÜHL DICH WOHL" an, ob es für ein Kind oder für mehrere Geschwister Platz gibt.
Wenn Platz vorhanden ist und wenn die Betreuungsanforderung zum gebotenen Betreuungsangebot passt, wird von der Wohngemeinschaftsleitung und dem einweisenden Jugendamt ein individueller Aufnahmeplan erarbeitet.
Wenn möglich wird im Aufnahmeplan vereinbart, dass vor der Aufnahme des Kindes von der Wohngemeinschaftsleitung Kontakte mit dem betroffenen Kind und der Herkunftsfamilie stattfinden.

Im Idealfall soll am Ende des Aufnahmeplanes das Kind die Wohngemeinschaftsleitung, das Wohngemeinschafts-Haus, samt einiger Wohngemeinschafts-Kinder und Betreuer ein wenig kennen gelernt haben und ein Stück der vorhandenen Ängste verringert worden sein.
Auch bei der Herkunftsfamilie sollen im Idealfall vorherige Kontakte ein wenig Misstrauen, Ablehnung und Angst verringern.

Zur tatsächlichen Aufnahme in die Wohngemeinschaft wird das Kind vom Jugendamtssozialarbeiter, wenn möglich, gemeinsam mit den Kindeseltern oder einer anderen vertrauten Bezugsperson, gebracht und in die Obhut der Wohngemeinschaft übergeben.
Persönliche Dinge des Kindes, wie Kleidung, Spielsachen, Fotos, Dokumente, sollten dem Kind mitgegeben werden um ein Stück Vertrautheit ins neue, noch fremde Zuhause mitzubekommen.

Nicht selten jedoch werden die schwer traumatisierten Kinder ohne Hab und Gut, in die Obhut der sozialpädagogischen Wohngemeinschaft "FÜHL DICH WOHL" übergeben.

zurück