Warum ist unser professionelles sozialpädagogisches Wirken so wichtig?

Nur in wirklichen Härtefällen greift die staatliche Jugendwohlfahrt dazu, von leiblichen Eltern, mit oder ohne deren Einverständnis, die Obsorge für ihr Kind zu übernehmen, ein Kind nicht mehr in der Obhut der Kindeseltern zu lassen und dieses Kind „Fremdunterzubringen“.

Diese Kinder mussten in ihrer Herkunftsfamilie zum Beispiel schwere Vernachlässigung, Verwahrlosung, körperliche, seelische, sexuelle Gewalt oder ähnliche traumatische Missstände erleben und erleiden.

Die Kinder müssen zu ihrem Schutz, zur Ermöglichung einer gedeihlichen kindlichen Entwicklung, aber auch zur Verarbeitung ihrer erlittenen traumatischen Erlebnisse und zum Aufholen ihrer Entwicklungsrückstände aus der Herkunftsfamilie genommen und in eine stationäre Betreuungseinrichtung, wie sie die sozialpädagogische Wohn-Gemeinschaft FÜHL DICH WOHL eine ist, gegeben werden.

Durch die „Fremdunterbringung“ wird dem jeweiligen Kind geholfen, um eine weitere, negative bis katastrophale Entwicklung für dessen Leben zu verhindern und manchmal sogar um das Überleben des Kindes zu sichern.

Denn Gewalt gegen Kinder verursacht nicht nur lebenslange seelische Folgen, sondern kann auch zu bleibenden körperlichen Schäden bis hin zum Tod des Kindes führen.

Verwahrlosung und Vernachlässigung kann für Kinder bedeuten, dass ihnen durch fehlende Beaufsichtigung etwas zustößt, sie (ver-)dursten, (ver-)hungern müssen, oder ihnen neben der sozialen, auch die medizinische Versorgung fehlt.

In der stationären sozialpädagogischen Betreuung und Erziehung erleben und erlernen die Kinder in der Wohn-Gemeinschaft von den Betreuern alternative Modelle des sozialen Umganges und gewaltfreie Konflikt- und Lebensbewältigungsstrategien.

Dies ermöglicht den Kindern viele wertvolle soziale Kompetenzen zu erwerben, sowie die aus der Herkunftsfamilie gewohnten Problemmuster zu erkennen und zu hinterfragen.

Durch die familienähnlichen Strukturen und durch das Vorbild des Wohn-Gemeinschafts-Leiterehepaares erleben die Kinder ein alternatives Eltern- und Familienmodell.

Durch das aktive Mitgestalten des Gemeinschafts-Lebens und die selbstständige Übernahme von lebenspraktischen Aufgaben und altersadäquaten Verantwortungen sollen die Kinder in der Gemeinschaft schrittweise, alltägliche Anforderungen des Lebens zu erlernen und zu üben.

Dem angelernten passiven Konsumverhalten der Kinder wird mit der Begeisterung zur aktiven, wie kreativen Freizeitgestaltung begegnet.

All die neuen Lebenserfahrungen bieten den Kindern eine kindgerechte Entwicklungsmöglichkeit und ein Stück glückliche Kindheit.

Die Kinder erfahren dabei eine Alternative zum bisher Erlebten und bekommen nur dadurch die Wahlmöglichkeit ihr eigenes Leben anders zu bewältigen.

Die Kinder und Jugendlichen stehen oft vor der Herausforderung problematisches Sozialverhalten der Herkunftsfamilie, das oft von Generation zu Generation weitergelebt wurde, zu hinterfragen und zu durchbrechen.

Diese Kinder, die vom Schicksal schon am Beginn ihres Lebens schwer getroffen und benachteiligt wurden, erhalten somit eine zweite Chance auf ein Stück vom Glück für einen Teil ihrer Kindheit und die Hoffnung auf eine selbstständige, lebenswerte und erfüllte Zukunft.

Darüber hinaus verwirklicht erfolgreiches sozialpädagogisch-therapeutisches Wirken eine notwendige Investition in die nächste Generation.

Wenn es gelingt zum Beispiel psychische Folgeerkrankungen, Selbstmord, Suchtmittelmissbrauch, Verwahrlosung, Gewalt, Kriminalität, die Fortsetzung schädlicher Familiensysteme bei den Betreuten abzuwenden, wird weiteres Leid für den Betroffenen und dessen Umfeld, sowie auch für die Gesellschaft und den Sozialstaat vermieden.

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