Wie finanziert sich das Leben und die Betreuung der Kinder?

Alle anfallenden, laufenden Kosten für die Versorgung und Betreuung der Kinder, das Wohnen, die nötige Infrastruktur, Freizeit, Urlaub, bis hin zur Firmenverwaltung werden über Tagsatzeinnahmen gedeckt.

Den Hauptteil der anfallenden Kosten verursachen die Personalkosten, weil für die Versorgung und vor Allem für die sozialpädagogische Betreuung und Therapie der Kinder, ausreichend viele und gut qualifizierte Mitarbeiter rund um die Uhr über alle Tage des Jahres benötigt werden.

Sowohl für die Personalausstattung, für die Versorgungs- und Betreuungsstandards, wie fürs Wohnen und die Infrastruktur und Verwaltung einer sozialpädagogischen Wohn-Gemeinschaft werden von der obersten Jugendwohlfahrtsbehörde der Landesverwaltung Vorgaben gemacht, welche erfüllt und von den Tagsatzeinnahmen finanziert werden müssen.

Von der sozialpädagogischen Wohn-Gemeinschaft FÜHL DICH WOHL werden alle Ausgaben für ein Monat vorfinanziert und im Nachhinein den jeweils zuweisenden Jugendwohlfahrtsbehörden der Bezirkshauptmannschaften oder Magistrate verrechnet.

Das jeweilige Jugendamt, das ein Kind in die stationäre Betreuung übergibt, übernimmt für dieses Kind die Tagsatzkosten für die Dauer der Betreuung in der sozialpädagogischen Wohn-Gemeinschaft FÜHL DICH WOHL.

Die Jugendwohlfahrtsbehörde kann die leiblichen Eltern des betreuten Kindes zur Zahlung eines Kostenbeitrages für die Versorgung des Kindes heranziehen.

Nachdem sich dieser Kostenbeitrag an den finanziellen Möglichkeiten der Kindeseltern orientieren muss und es sich bei den Betroffenen sehr oft um sozial schwache Familien handelt, bleibt der staatlichen Jugendwohlfahrt, neben der sozialen und rechtlichen, auch die finanzielle Verantwortung für die Sicherung des Kindeswohles.

Der Sozialstaat übernimmt hierbei nicht nur gegenwärtig Verantwortung für das Wohlergehen und die Hilfe für ein betroffenes Kind, das zum Beispiel schwere Vernachlässigung, Verwahrlosung, körperliche, seelische, sexuelle Gewalt oder ähnliche traumatische Missstände erleben und erleiden musste, sondern investiert mit der Ermöglichung einer gedeihlichen Entwicklung der Kinder in die nächste Generation um Folgeschäden und noch erheblichere Folgekosten für den Staat zu verhindern.

Wenn es gelingt zum Beispiel psychische Folgeerkrankungen, Selbstmord, Suchtmittelmissbrauch, Verwahrlosung, Gewalt, Kriminalität, die Fortsetzung schädlicher Familiensysteme bei den Betreuten abzuwenden, wird weiteres Leid für den Betroffenen und dessen Umfeld, sowie auch für die Gesellschaft und den Sozialstaat vermieden.

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